Im Freien

Schubert, Franz

Draussen in der weiten Nacht

Steh' ich wieder nun:

Ihre helle Sternenpracht

Läßt mein Herz nicht ruhn!

Tausend Arme winken mir

Süßbegehrend zu,

Tausend Stimmen rufen hier:

»Grüß dich, Schwärmer, du!«

O ich weiß auch, was mich zieht,

Weiß auch, was mich ruft,

Was wie Freundesgruß und Lied

Locket durch die Luft.

Siehst du dort das Hüttchen stehn,

Drauf der Mondschein ruht?

Durch die blanken Scheiben sehn

Augen, die mir gut!

Siehst du dort das Haus am Bach,

Das der Mond bescheint?

Unter seinem trauten Dach

Schläft mein liebster Freund.

Siehst du jenen Baum, der voll

Silberflocken flimmt?

O wie oft mein Busen schwoll,

Froher dort gestimmt!

Jedes Plätzchen, das mir winkt,

Ist ein lieber Platz;

Und wohin ein Strahl nur sinkt,

Lockt ein theurer Schatz.

Drum auch winkt mir's überall

So begehrend hier,

Drum auch ruft es, wie der Schall

Trauter Liebe mir.