Im Gegenwärtigen Vergangenes
Schubert, Franz
Ros' und Lilie morgenthaulich
Blüht im Garten meiner Nähe,
Hinten an, bebuscht und traulich
Steigt der Felsen in die Höhe;
Und mit hohem Wald umzogen,
Und mit Ritterschloss gekrönet,
Lenkt sich hin des Gipfels Bogen,
Bis er sich dem Tal versöhnet.
Und da duftet's wie vor Alters,
Da wir noch von Liebe litten,
Und die Saiten meines Psalters
Mit dem Morgenstrahl sich stritten.
Wo das Jagdlied aus den Büschen
Fülle runden Tons enthauchte,
Anzufeuern, zu erfrischen,
Wie's der Busen wollt' und brauchte.
Nun die Wälder ewig sprossen,
So ermutigt euch mit diesen,
Was ihr sonst für euch genossen,
Lässt in andern sich geniessen.
Niemand wird uns dann beschreien,
Dass wir uns alleine gönnen!
Nun in allen Lebensreihen
Müsset ihr geniessen können.
Und mit diesem Lied und Wendung
Sind wir wieder bei Hafisen,
Denn es ziemt des Tags Vollendung
Mit Geniessern zu geniessen.