Lied aus der Ferne

Franz Peter Schubert

Wann

in des Abends letztem Scheine

Dir eine lächelnde

Gestalt,

Am Rasensitz im Eichenhaine,

Mit Wink und Gruß vorüberwallt:

Das ist des Freundes treuer Geist,

Der Freud' und Frieden dir verheißt.

Wann

in des Mondes Dämmerlichte

Sich deiner Liebe Traum verschönt,

Durch Cytisus und Weymuthsfichte

Melodisches Gesäusel tönt,

Und Ahndung

dir den Busen hebt:

Das ist mein Geist der dich umschwebt.

Fühlst du, beim seligen Verlieren

In des Vergangnen Zauberland,

Ein lindes, geistiges Berühren,

Wie Zephyrs Kuß, an Lipp' und Hand,

Und wankt der Kerze flatternd Licht:

Das ist mein Geist, o zweifle nicht!

Hörst du, beim Silberglanz der Sterne,

Leis' im verschwiegnen Kämmerlein,

Gleich Aeolsharfen aus der Ferne,

Das Bundeswort: Auf ewig dein!

Dann schlummre sanft; es ist mein Geist,

Der Freud' und Frieden

dir verheißt.