Lorma
Schubert, Franz
Lorma saß in der Halle von Aldo.
Sie saß beym Licht einer flammenden Eiche.
Die Nacht stieg herab,
aber er kehrte nicht wieder zurück.
Lormas Seele war trüb!
»Was hält dich, du Jäger von Cona, zurück.
Du hast versprochen wieder zu kehren.
Waren die Hirsche weit in der Ferne?
Brausen an der Heyde die düstern Winde um dich!
ich bin im Lande der Fremden,
wer ist mein Freund, als Aldo?
komm von deinen erschallenden Hügeln,
o mein bester Geliebter!«
Sie wandt ihre Augen gegen das Thor.
Sie lauscht zum brausenden Wind.
Sie denkt, dies seyen die Tritte von Aldo.
Freud steigt in ihrem Antlitz!
aber Wehmut kehrt wieder,
wie am Mond eine dünne Wolke, zurück.