Mondenschein

Schubert, Franz

Des Mondes Silberblume lacht,

Und ruft mit seelenvollem Blick

In unsre düstre Erdennacht

Der Liebe Paradies zurück.

Vom mächt'gen Arm des Schlafs besiegt,

Entschlummert Sorge, Noth und Pein,

Das Zarte nur und Schöne fliegt

Entfesselt in den Freudenreihn.

Doch seht! die Fluren sind vertauscht,

Das ist die alte Erde nicht,

Ein Feengarten, duftumrauscht,

Voll Nebelschmelz und Zauberlicht.

[Der Busen athmet leicht und frei,

Von roher Lebenslast befreit,

Und] trinkt in stiller Schwärmerei

Des Himmels volle Seligkeit.

Doch mahnt das Lied der Nachtigall

An seine Welt das weiche Herz. -

In aller Wonne weckt ihr Schall

Den tiefsten Schmerz - der Liebe Schmerz!