Nachtmusik
Schubert, Franz
Wir stimmen dir mit Flötensang,
In süßem Ton und Harfenklang,
Ein nächtlich Lied, zur Freude!
Aus deiner Hülle tritt hervor,
Daß sich im stillen Abendflor
Dein Herz und Auge weide.
Komm, sieh! wie alles schläft und ruht,
Und unter Lunens sichrer Hut
Entweicht der Menschen Kummer.
Sieh, wie die Gegend vor uns liegt,
Als hättest du sie eingewiegt,
In süßem Liebesschlummer!
O säume nicht, erhebe dich!
Schon wartet deiner wonniglich
Das ganze Heer der Sterne:
Denn guten Seelen sind sie hold,
Und streuen ihnen funkelnd Gold
Aus der gewölbten Ferne.
Schließ dich an uns! Auf stiller Bahn
Weht dich kein falsches Lüftchen an.
Laß dich im Dunkeln grüßen!
Noch enger knüpft die Nacht das Band,
Wenn Freunde traulich, Hand in Hand,
Sich an einander schließen.
Drum laden wir mit Flötensang,
In süßem Ton und Harfenklang,
Dich ein zu unsrer Freude;
Vereine dich mit unserm Chor,
Daß sich im nächtlich stillen Flor
Dein Herz und Auge weide.