Nachtstück

Franz Peter Schubert

Wann

über Berge sich der Nebel breitet,

Und Luna mit Gewölken kämpft,

So nimmt der Alte seine Harf'

, und schreitet,

Und singt waldeinwärts und gedämpft:

"Du heil'ge Nacht!

Bald ist's vollbracht.

Bald schlaf ich ihn

Den langen Schlummer,

Der mich erlöst

Von jedem

Kummer."

Die grünen Bäume rauschen dann,

Schlaf süß du guter alter Mann;

Die Gräser lispeln wankend fort,

Wir decken seinen Ruheort;

Und mancher traute

Vogel ruft,

O laßt

ihn ruh'n in Rasengruft! -

Der Alte horcht, der Alte schweigt -

Der Tod hat sich zu ihm geneigt.