Schäfers Klagelied

Franz Peter Schubert

Da droben auf jenem Berge,

Da steh' ich tausendmal,

An meinem Stabe gebogen

Und schaue

hinab in das Thal.

Dann folg' ich der weidenden Herde,

Mein Hündchen bewahret mir sie.

Ich bin herunter gekommen

Und weiß doch selber nicht wie.

Da stehet

von schönen Blumen

Die

ganze Wiese so voll.

Ich breche sie, ohne zu wissen,

Wem ich sie geben soll.

Und Regen, Sturm und Gewitter

Verpass'

ich unter dem Baum.

Die Thüre dort bleibet verschlossen;

Doch

alles ist leider ein Traum.

Es stehet ein Regenbogen

Wohl über jenem Haus!

Sie aber ist weggezogen

Und weit

in das Land hinaus.

Hinaus in das Land und weiter,

Vielleicht gar über die See.

Vorüber, ihr Schafe, vorüber!

Dem Schäfer ist gar so weh.