Sie in jedem Liede

Schubert, Franz

Nehm' ich die Harfe,

Folgend dem Drange

Süßer Gefühle,

Denk' ich auch Dein.

Mädchen! und glaub', es

Können ja lange

Ohne der Harfe

Sänger nicht seyn.

Wähn' ich im Liede

Siedler und Klause,

Burg und Turniere

Wieder zu schau'n;

Prangst mit Barett und

Starrender Krause

Du am Balkone

Zwischen den Frau'n.

Preis' ich der Alpen

Friedliche Lüfte,

Hoch ob des Thales

Wildem Gebraus;

Füllst du als Senninn

Trillernd die Klüfte,

Lachst aus dem kleinen,

Hölzernen Haus.

Sing' ich von schönen

Wasser-Jungfrauen

Einsam im Mondschein

Schwimmend im See;

Schwebst du bey ihnen

Unten im Blauen,

Streckst mir entgegen

Arme von Schnee.

Überall nahe

Weilest, du Liebe,

Mir in der Dichtung

Rosigem Land',

[Ach, nur im Leben,

Strenge und trübe,]

Trennt uns des Schicksal's

Feindliche Hand.