Todesmusik

Franz Peter Schubert

In des Todes Feierstunde

Senke, heilige Kamöne,

Noch einmal die stillen Lieder,

Noch einmal die süßen

Töne

Auf die tiefe Abschiedswunde

Meines Busens heilend nieder,

Hebe aus den

ird'schen Ringen

Die bedrängte reine Seele,

Trage sie auf deinen Schwingen:

Daß sie sich dem Licht vermähle. -

O da werden mich die Klänge

Traut

und wonnevoll umwehen,

Und die Ketten, die ich sprenge,

Werden still und leicht vergehen.

Alles Große werd' ich sehen,

Das im Leben mich beglückte,

Alles Schöne, das mir blühte,

Wird verherrlicht vor mir stehen.

Jeden Stern, der mir erglühte,

Der mit freundlichem Gefunkel

Durch das hoffnungslose

Dunkel

Meines kurzen Weges blickte,

Jede Blume, die ihn schmückte,

Werden mir die Töne bringen;

Und die schrecklichen Minuten,

Wo ich schmerzlich könnte bluten,

Werden mich mit Lust umklingen;

Und Verklärung werd' ich sehen

Ausgegossen über allen Dingen.

So in Wonne werd' ich untergehen,

Süß verschlungen von der Freude Fluthen.