Verschwunden sind die Schmerzen
Schubert, Franz
Verschwunden sind die Schmerzen,
Weil aus beklemmten Herzen
Kein Seufzer widerhallt.
Drum jubelt hoch, ihr Deutsche,
Denn die verruchte Peitsche
Hat endlich ausgeknallt.
Seht Frankreichs Kreaturen,
Sie machten Deutschlands Fluren
Zum blutigen Altar.
Die gierige Hyäne
Fraß Hermanns edle Söhne
Durch mehr als zwanzig Jahr.
Es wurden Millionen
Vom Donner der Kanonen
Zum Jammer aufgeschreckt.
Es lag auf Städt' und Flecken
Verwüstung, Todesschrecken,
Vom Satan ausgeheckt.
Es warf dies Ungeheuer
Durch Menschenmord und Feuer
Verzweiflung um sich her.
Es schien, als läg auf Kronen
So wie auf Nationen
Die Rache Gottes schwer.
Die Menschheit zu erretten
Von ihren Sklavenketten,
Entstand das Bruderband.
Franz, Wilhelm, Alexander
Wetteifern miteinander
Zum Wohl fürs Vaterland.
Doch Östreichs guter Kaiser
Schlug für die Siegesreiser
Die Friedenspalme vor.
Statt froh die Hand zu bieten,
Blieb für gewünschten Frieden
Taub des Tyrannen Ohr.
Sie ziehn aus ihren Staaten
Als Rächer böser Taten,
Zu bürgen Deutschlands Ruh.
Sie ziehn zum Kampf, sie siegen,
Und Frankreichs Reste fliegen
Besiegt der Heimat zu.
Der Kampf ist nun entschieden,
Bald, bald erscheint der Frieden
In himmlischer Gestalt.
Drum jubelt hoch, ihr Deutsche,
Denn die verruchte Peitsche
Hat einmal ausgeknallt.