Wein und Liebe

Schubert, Franz

Liebchen und der Saft der Reben

Theilen meines Herzens Gluth,

Und beseligen mein Leben:

Sie ist reizend, er ist gut.

Liebchen macht den Wein mir werther;

Sie kredenzt so freundlich ihn.

Auch mein Liebchen strahlt verklärter,

Wenn ich voll des Nectars bin.

Doppelt ist mein Herz geangelt:

Wein und Liebchen preis' ich hoch.

Wenn zuweilen Eines mangelt,

Tröstet mich das And're doch.

Beiden ewig anzuhängen,

Schwöre frohen Muthes ich.

Sie begeistern zu Gesängen,

Ja, zu heil'gem Wahnsinn mich.

Wagt's, mein Liebchen anzublicken!

Kostet meinen Tafelwein!

Und, o Freunde, mit Entzücken

Stimmt ihr in mein Loblied ein.

So verschön' ich ohne Kummer

Täglich meinen Lebenslauf.

Bacchus dank' ich süßen Schlummer,

Amor weckt mich wieder auf.