Wolke und Quelle

Schubert, Franz

Auf meinen heimischen Bergen

Da sind die Wolken zu Haus',

Bin mitten innen gestanden,

Und sah in's Thal hinaus.

Sie aber flogen von dannen,

Wie Schwäne so licht und leicht;

Wär' gerne mit ihnen gezogen,

So weit der Himmel reicht.

Es drängte mich fort in die Fremde

Zur Ferne ein wilder Trieb;

Doch jetzt erscheinen mir Heimath

Und Nähe gar heilig und lieb.

Nun sehn' ich mich nimmer in's Weite,

Hinaus in's nebelnde Blau;

Nun späh' ich mit stillem Verlangen

Hinab in die schmale Au.

Was nickt dort unten am Fenster,

Und blühet wie Morgenlicht?

Ist's ihre Ros' am Gesimse,

Wie oder ihr holdes Gesicht?

Viel Glück ihr Wolken zur Reise!

Ich ziehe nimmer mit euch;

Was aber locket und lispelt

Da drüben im Lenzgesträuch?

Bist du es Quelle, die flistert?

Ja, ja! ich eile mit dir;

Du kennst ja die kürzesten Wege

Hinunter, hinunter zu ihr!