An mein Kind

G. Dreyfus

Immer wieder wirst du mir

Im scheidenden Jahre sterben, mein Kind,

Wenn das Laub zerfließt

Und die Zweige schmal werden.

Mit den roten Rose

Hast du den Tod bitter gekostet,

Nicht ein einziges welkendes Pochen

Blieb dir erspart.

Darum weine ich sehr, ewiglich.....

In der Nacht meines Herzens.

Noch seufzen aus mir die Schlummerlieder,

Die dich in den Todesschlaf schluchzten,

Und meine Augen wenden sich nicht mehr

Der Welt zu;

Das Grün des Laubes tut ihnen weh.

— Aber der Ewige wohnt in mir.

Die Liebe zu dir ist das Bildnis,

Das man sich von Gott machen darf.

Ich sah auch die Engel im Weinen,

Im Wind und im Schneeregen.

Sie schwebten........

In einer himmlischen Luft.

Wenn der Mond in Blüte steht

Gleicht er deinem Leben, mein Kind.

Und ich mag nicht hinsehen

Wie der lichtspendende Falter sorglos dahinschwebt.

Nie ahnte ich den Tod

– Spüren um dich, mein Kind –

Und ich liebe des Zimmers Wände,

Die ich bemale mit deinem Knabenantlitz.

Die Sterne, die in diesem Monat

So viele sprühend ins Leben fallen,

Tropfen schwer auf mein Herz.