Sehnsucht
G. Häser
Wär' ich der Wind, ich wollte pochen
An deiner Karre grüner Thür;
Wär ich die Well', ich käm' gekrochen
Und riefe leis: Herfür, herfür!
Wär' ich der Wind, ich spielt' erquicklich
Mit deines Haares dunklem Saum;
Wär' ich die Well, ich küßte schicklich
Dir Hand und Fuß, du fühltest's kaum.
Wär' ich der Wind, ich säng' erbaulich
Dir deiner Schönheit Ruhm und Preis;
Wär' ich die Well', ich gäb' beschaulich
Dein Bild dir wieder marmorweiß.
Wär' ich der Wind, ich weht' und rauschte
Dir lauter Lieb' ins offne Ohr;
Wär' ich die Well', ich stünd' und lauschte
An deiner Lippen Rosenthor.
Wär' ich die Well', ich tauchte mälig
Dich unter in mein feuchtes Haus;
Wär' ich der Wind, ich hauchte selig
Ob dir den letzten Seufzer aus!