Frühlingslied

G. Herrmann

Seht den Himmel, wie heiter!

Laub und Blumen und Kräuter

Schmücken Felder und Hain;

Balsam athmen die Weste;

Und im schattigen Neste

Girren brütende Vögelein

Über grünliche Kiesel

Rollt der Quelle Geriesel

Purpurblinkenden Schaum;

Und die Nachtigall flötet'

Und vom Abend geröhtet

Wankt im spiegelnd Bach der Baum.

Kommt, Gespielen, und springet,

Wie die Nachtigall singet;

Denn sie singet zum Tanz!

O geschwinder, geschwinder!

Rund herum, wie die Kinder:

Ringel Ringelein Rosenkranz!

Alles tanzet vor Freude:

Dort das Reh in der Heide,

Hier das Lämmchen im Thal;

Vögel hier im Gebüsche,

Dort im Teiche die Fische,

Tausend Mücken im Sonnenstral.

Ha! wie pochts mir so bange!

Ha! wie glüht mir die Wange!

Mädchen, bin ich nicht schön?

Hüpf' ich doch, wie ein Kreisel,

Daß mir unterm Gesäusel

Meines Kranzes die Locken wehn!