Der guati Rat

G. Hölzel

A Büaberl schaut am Apfelbam,

wie's Deandl brok'n tuat

und sagt: „I bitt' di, wirf ma an

herunter in mein Huat.“

Die Dirn langt aus ihr'n Körbl an,

der Bua, der schaut'n an

und sagt ganz harb: „Der g'fallt ma nit,

an den is ja nix d'ran!

An sauber'n Apfel will i hob'n,

schön rund und frisch und fein,

und d'Wangerln müass'n weiß und rot

wie Bluat und Milli sein.“

D'rauf gibt das Diandl in schönst'n her,

den nimmt das Büaberl gern,

do wia er h'neinbeißt, findt er glei

an Wurm anstatt'n Kern.

„Recht g'schicht dem Buab'n,“ sagt die Dirn,

„wals' d'Schönheit nur begehrts!

Im G'sicht, da liegt die Schönheit nit,

die Schönheit liegt im Herz!“

G'schwind wirft der Bua den Apfel weg,

holt wied'r in wild'n her,

do 's Dirndl sagt: „Gib dir kan Müah,

den Apfel kriagst nit mehr.

Das wild Apferl, das bin i,

d'rum kann i dir nit g'falln;

so pfüat di God, mei liaber Bua,

lass dir a Deandl mahl'n!“