Um Mitternacht

G. Jansen

Auf deines Hauses kühlem Schwellenstein,

Von zweier Bäume Laubwerk überdacht,

Da sitz' ich ernst und still gedankenvoll

Um Mitternacht.

Die Frühlingserde dämmert vor dem Blick,

Fern prangt der Wald in frischer Blättertracht,

Nah liegt der mondbeglänzte tiefe Teich

Um Mitternacht.

Rings schallt der Nachtigallen volles Lied,

Ein Schwanenpaar zieht Kreise träumend sacht,

Auf leisbewegter Luft webt Klang und Duft

Um Mitternacht.

Und alles strebt zum klaren Himmel hin,

Er dehnt sich groß in Mond- und Sternenpracht,

Die Erd' umgebend, die sich zu ihm sehnt,

Um Mitternacht.

Da träum' ich, daß ich Erd', du Himmel bist!

Was lebt und webt in meinem Geist entfacht,

Das sammelt sich in dir, mein Himmel du,

Um Mitternacht!