Trau, schau, wem
G. Rauchenecker
Auf ein freies Feld bin ich gezogen,
ist ein Rabe drüber hin geflogen.
Eine dunkle Feder ließ er fallen,
war die schwärzeste von allen.
Einen Brief hab' ich damit geschrieben,
dass ich meinen Schatz nicht wollte lieben.
Diesen Brief gab ich den kühlen Winden,
dass mein Schatz ihn sollte finden.
Doch es ist ein linder Regen kommen,
der hat sanft die Schrift hinweggenommen.
Nur ein einzig Wörtlein ist geblieben,
war das kleine Wörtlein „lieben“.