Die liebe Sonne sinket nieder

G. Schmidt

Die liebe Sonne sinket nieder,

Schon säuselt's kühl durch Wald und Feld,

Der Abendstern verkündet wieder

Den süßen Schlaf der müden Welt.

An Halmen, Blättern, Sommerlatten

Wird's still und stiller allgemach,

Und Jedes sucht im Dämmerschatten

Ein grünumwolbtes Wetterdach.

Im Blumenkelche will die Biene,

Der Laubfrosch auf dem Blatte ruhn,

Der Falter an der Balsamine,

Am Rosenzweig das Gotteshuhn.

Du darfst um deine Lagerstätte,

Mein Kind, noch nicht bekümmert sein!

Wenn ich auch keine Wiege hätte,

Auf meinen Armen schliefst du ein.