Er lebt und ist von Toten auferstanden!

G. Telemann

Recitativo (Tenor)

Er lebt und ist von Toten auferstanden!

Hierauf beruht der Grund, der als ein Fels

Den festen Glauben trägt zur Hoffnung meiner Seligkeit.

Bejammert' ich im Garten seine Banden,

Die ihm der Feinde Gift und Neid

Durch den Verräter angelegt;

Ward auch mein Herze wund,

Da man ihm soviel Wunden mit scharfen Geißeln schmiß;

Hab ich so manchen Stich

Mit Ach und Weh' empfunden,

Da man sein Haupt mit Dornen stach

Und jämmerlich zerriß;

Folgt ich halbtot bis Golgatha ihm nach,

Da er die Last und Schmach des Kreuzes selber trug.

Und ihn die Grausamkeit an solches schlug;

War meine Seele voll Bekümmernis,

Ais man den Leib zu Grabe brachte.

Und aller Traurigkeit ein traurig Ende machte,

So mußten doch bei seinem Blutvergießen

Aus mir zugleich auch Freudentränen fließen,

Weil er durch seinen Tod die Schulden meiner Not

An meiner Stelle wollen büßen.

Allein ich wäre schlecht getrost't

Und gar nicht ganz erlöst,

Wenn er nicht wär aus eigner Kraft erstanden.

Nun aber ist der Trost vorhanden,

Und der bestehe fest,

Daß auch der letzte Scherf für mich bezahlet sei,

Und das Gesetz an mir nichts mehr zu fordem habe;

Denn heute läßt Gott meinen Bürgen

Aus dem Grabe, als aus dem Schuldturm, wieder frei.