Welt, frage nicht die Todentrissenen

H. Bornefeld

Welt, frage nicht die Todentrissenen

wohin sie gehen,

sie gehen immer ihrem Grabe zu.

Das Pflaster der fremden Stadt

war nicht für die Musik

von Flüchtlingsschritten gelegt worden --

Die Fenster der Häuser, die eine Erdenzeit spiegeln

mit den wandernden Gabentischen

der Bilderbuchhimmel --

wurden nicht für Augen geschliffen

die den Schrecken an der Quelle tranken.

Welt, die Falte ihres Lächelns

hat ihnen ein starkes Eisen ausgebrannt;

sie möchten so gerne zu dir kommen

um deiner Schönheit wegen,

aber wer heimatlos ist, dem welken alle Wege

wie Schnittblumen hin --

Aber es ist uns in der Fremde

eine Freundin geworden: die Abendsonne.

Eingesegnet von ihrem Marterlicht

sind wir geladen zu ihr zu kommen

mit unserer Trauer,

die neben uns geht:

Ein Psalm der Nacht.