David und Jonathan Nr. 2

H. Ebert

O Jonathan, ich blasse hin in deinem Schoß,

Mein Herz fällt feierlich in dunklen Falten,

In meiner Schläfe pflege du den Mond,

Des Sternes Gold sollst du erhalten,

Du bist mein Himmel mein, du Liebgenoß.

Ich hab so säumerisch die kühne Welt

Fern immer nur im Bach geschaut …

Wie bunt sie nun aus meinem Auge fällt

Durch deine Liebe aufgetaut.

O Jonathan, nimm du die königliche Träne,

Sie schimmert weich und reich wie eine Braut.

O Jonathan, du Blut der süßen Feige,

Duftendes Gehang an meinem Zweige,

Du Ring in meiner Lippe Haut,

Durch den ich wieder neu und scheu mich sehne.