Der Blütengarten
H. Ebert
Im Frühlingsgarten sitz ich. Um mich her
Ragt strahlend auf die Blütenpracht der Bäume,
Mein Auge weidet sich an diesem Glanz, –
Ich hebe den Pokal aus Gold und lasse
Duftenden Wein durch meine Kehle ziehn.
O Blumengarten! Heimlich rauscht es mir
Aus dir entgegen, holde Melodien,
Die mich entflammen, – selig greife ich
Zum Stift und schreibe nieder, was ich fühle, –
Du, Garten, hast zum Dichter mich gemacht!
Ich danke deiner Schönheit, deinen Blüten!
Solang ich lebe, wirst du in mir blühen, –
Du wirst noch strahlend blühn in meiner Seele,
Wenn all dein Glanz schon längst vergangen ist