Kein Stern will grüssend funkeln

H. Esser

Kein Stern will grüßend funkeln,

In Wolken hängt die Nacht;

Doch geht durchs Tal im Dunkeln

Ein Säuseln lau und sacht.

Geheimnisvolles Wallen

Kommt von den Wipfeln her,

Einzelne Tropfen fallen

Wie Tränen heiß und schwer.

Mir ist, als könnt' ich spüren

Im Wind, im Dufte der Flur,

Wie sich die Kräfte rühren

Der schaffenden Natur.

Ach, mir im Busen ringt es

So dunkelmächtig auch,

Da brütet's, und da klingt es

Bewegt vom Frühlingshauch.

Es rührt der Saft sich wieder

In meines Lebens Baum.

Ist's Liebe? Sind es Lieder?

Noch unterscheid' ich's kaum.