Gleich jenem Luftgespenst der Wüste

H. Freiherr von Bach

Gleich jenem Luftgespenst der Wüste

Gaukelt vor mir

Der Unsterblichkeitsgedanke;

Und in den bleichen Nebel der Ferne

Täuscht er dein Bild.

Markverzehrender Hauch der Sehnsucht,

Betäubende Hoffnung befällt mich;

Aber ich raffe mich auf,

Dir nach, dir nach;

Jeder Tag, jeder Schritt ist zu dir.

Doch, unerbittliches Licht dringt ein;

Und vor mir dehnt es sich,

Öde, voll Entsetzen der Einsamkeit,

Dort in der Ferne ahn ich den Abgrund;

Darin das Nichts. -

Aber weiter und weiter

Schlepp ich mich fort;

Von Tag zu Tag,

Von Mond zu Mond,

Von Jahr zu Jahr;

Bis daß ich endlich,

Erschöpft an Leben und Hoffnung,

Werd hinstürzen am Weg

Und die alte ewige Nacht

Mich begräbt barmherzig,

Samt allen Träumen der Sehnsucht.