Ganz still einmal

H. Gál

Ganz still einmal im Grünen liegen dürfen...

zu einem sommerblauen Himmel sehn, mit weissen Wolken...

und auf das Zwitschern in den Wipfeln hören... auf das

Geriesel heimlicher Quellen... den Duft der Luft

einschlürfen und des blühenden Laubes, die selige Ruhe rings

des vollen, reifen Lebens...

ganz still einmal im Grünen liegen können

und alles vergessen dürfen. was man soll und muss...

und will! fur andere und für sich! und willl und soll und muss...

und seine Träume gleich Schmetterlingen gaukeln lassen, - sonnenselig,

von Rosenstrauch zu Rosenstrauch, mit schimmernden Flügeln,

das flimmernde Tal hin, über goldene Felder und wallende Flüsse

zu duftverlorenen fernen Höhn und weiter, tief und immer tiefer,

in's uferlose Blau des Himmels... sonnenselig...

ganz still einmal so liegen können und ohne dass

auch diesem Tag dann wieder vom Kirchturm drüber eine Glocke klingt

und ohne dass auch dieser Tag dann wieder im Grau der Abenddämmerung untersinkt!