Sommernacht

H. Hoffmann

O dunkelglühende Sommernacht!

Geigen locken im lauen Garten,

Leuchtkugeln blühen in weichen, zarten

Bogen empor. Meine Tänzerin lacht.

Heimlich schleich' ich davon. Die Zweige

Blühender Träume dämmern blaß.

Ach, alle Lust geht so bald zur Neige,

Nur das Verlangen brennt ohne Unterlaß.

Wunderherrliche Sommernachtfeste

Meiner Jugend, wo seid ihr hin?

Alle Tänze, ob ich auch fröhlich bin,

Gleiten so kühl, es fehlt das Beste.

O dunkelglühende Sommernacht,

Laß mich doch einmal den träumeschweren

Becher der Lust bis zum Grunde leeren,

Der mich sättigt und endlich stille macht!