Was soll die perlende Thräne

H. Huber

Was soll die perlende Thräne mir

In den mählich verdunkelten Blicken?

Wovon erzittert die Seele mir,

Ist's Jammer oder Entzücken?

Ich kann es nicht sagen, ich weiß es nicht,

Warum aus dem Auge die Thräne mir bricht,

Kommst du daher gegangen

Mit Rosen auf den Wangen.

Du blühest so lieblich in Jugendgestalt,

Dir leuchten die Augen die hellen,

Und die Welt ist so falsch und das Leben so kalt,

Das macht die Thräne mir quellen.

Ich kann es nicht sagen, ich weiß es nicht,

Die Rosen in deinem Angesicht,

Sie sind mir wie ein Zeichen,

Als müßten sie erbleichen.

O wandle und blühe in Gottes Hut,

Ich segne dich unter Schmerzen!

Und das Leben ist schön und die Welt ist gut,

Sind wir selbst es im eigenen Herzen.

Ich kann es nicht sagen, ich weiß es nicht,

Doch seh' ich dein lachendes Angesicht,

Mir ist, als müßte eben

Sich alles, alles geben!