Die Zeitungsleser
Marschner, Heinrich
Der Herr, der schickt die Köchin aus,
sie soll ihm Essen holen;
die Köchin bringt das Essen nicht,
sie muss die Zeitung lesen.
Da schickt der Herr den Burschen fort,
der soll die Köchin rufen;
die Köchin bringt das Essen nicht,
der Bursche ruft die Köchin nicht,
er liest wie sie die Zeitung.
Da schickt der Herr die Kindsmagd fort,
sie soll nach beiden schauen;
die Köchin bringt das Essen nicht,
der Bursche ruft die Köchin nicht,
die Kindsmagd schaut nach beiden nicht,
sie liest wie sie die Zeitung.
Da schickt der Herr den Hausknecht fort,
der soll sie tüchtig prügeln;
die Köchin bringt das Essen nicht,
der Bursche ruft die Köchin nicht,
die Kindsmagd schaut nach beiden nicht,
der Hausknecht prügelt niemand nicht,
er liest wie sie die Zeitung.
Da schickt der Herr den Teufel aus,
der soll sie alle holen;
die Köchin bringt das Essen nicht,
der Bursche ruft die Köchin nicht,
die Kindsmagd schaut nach beiden nicht,
der Hausknecht prügelt niemand nicht,
der Teufel holt sie selber nicht,
er liest wie sie die Zeitung.
Da will der Herr nun selber fort,
will heut' im Gasthof essen;
die Köchin bringt das Essen nicht,
der Bursche ruft die Köchin nicht,
die Kindsmagd schaut nach beiden nicht,
der Hausknecht prügelt niemand nicht,
der Teufel holt sie selber nicht,
der Herr speist auch im Wirtshaus nicht,
er liest wie sie die Zeitung.