O schau mich nicht

Marschner, Heinrich

O wüsstest du, wie bald, wie bald

die Blume welk und kahl der Wald,

du wärst so kalt und lieblos nicht,

und säh'st mir freundlich ins Gesicht.

Ein Jahr ist kurz, und kurz die Zeit,

wo Liebeslust und Glück gedeiht;

wie bald kommt dann der trübe Tag,

an dem verstummt des Herzens Schlag.

O schau mich nicht so lieblos an,

kurz ist die Zeit, und kurz der Wahn!

Der Liebe Seligkeit und Glück

bringt keine Träne dir zurück!