Klingsor zecht im herbstlichen Walde

H. Nahme

Trunken sitz ich des Nachts im durchwehten Gehölz,

An den singenden Zweigen hat Herbst genagt;

Murmelnd läuft in den Keller,

Meine leere Flasche zu füllen, der Wirt.

Morgen, morgen haut mir der bleiche Tod

Seine klirrende Sense ins rote Fleisch,

Lange schon auf der Lauer

Weiß ich ihn liegen, den grimmen Feind.

Ihn zu höhnen, sing ich die halbe Nacht,

Lalle mein trunkenes Lied in den müden Wald;

Seiner Drohung zu lachen

Ist meines Liedes und meines Trinkens Sinn.

Vieles tat und erlitt ich, Wanderer auf langem Weg,

Nun am Abend sitz ich, trinke und warte bang,

Bis die blitzende Sichel

Mir das Haupt vom zuckenden Herzen trennt.