Der Dichter
H. Quiel
Reiner atmet der Garten im Tau der Nacht,
Stiller brandet vom Tale die Stadt herauf,
Blumen schimmern im Dunkeln
Geisterhaft blaß wie aus Träumen her.
Mir allein, der ich müde der Sonne bin,
Kühlt auch der Abend die brennende Stirne nicht,
Mir verschmachten die Sinne
Dürstender als am Tage noch.
Ungestillt verzehrt mich die Leidenschaft,
Die ich des Tags mit so viel Listen betrog,
Ach nun steht sie verzweifelt
Aus der kurzen Betäubung auf.
Liebe atmet der Baum und Liebe der Mond,
Liebe träumen die Blumen im schwarzen Laub,
Nur ich Einsamer dürste
Ungeliebt in der lachenden Welt.
Mädchen bleiben und Männer bezaubert stehn,
Wenn durchs Gebüsch meine einsame Laute tönt,
Und in Liedern verblutet
Statt in Liebesarmen mein Herz.