Neunerlei Blumen winde zum Kranz
H. Sommer
Neunerlei Blumen winde zum Kranz,
Knüpfe den Anfang ans Ende,
Sinn und Bedeutung im blühenden Glanz
Wirket zur Sonnenwende.
Aber zum kleinen, zierlichen Strauß
Brauchst du nicht lange zu wählen,
Nimm, was du findest, und scheide nicht aus,
Laß nur den Liebsten sie zählen.
Rispen und Ähren, du zitterig Gras,
Ihr sollt sie all' überragen,
Ehrenpreis, vom Thaue noch naß,
Wirst dich mit Nelke vertragen.
Primel und Heide und Weidenröslein,
Rührmichnichtan und Gamander,
Erdbeer', du rothe, mitten hinein,
Seht doch! ihr paßt zu einander.
Spinnlein, bleib' sitzen, du bringest ja Glück!
Aber du, Raupe, entweiche!
Hinter des Labkrauts Sterne zurück,
Röthliche Blätter der Eiche!
Unten ums Wintergrün, dunkel und kraus,
Will ich das Bändchen nun legen,
Blumen vom Walde, wildwüchsiger Strauß,
Duftet dem Liebsten entgegen!