Vertrauen
H. Vagedes
Das Thal ist wintertraurig,
Der Hügel blüthenleer,
Die Luft vom Nebel so schaurig,
Der Himmel so wolkenschwer;
Das Herz ist tief beklommen,
Die Brust zusammengepresst
Als wär' ihr hinweggenommen
Der letzte Freudenrest.
Doch rastlos im Geheimen
Schaltet und schafft die Natur,
Und aus verborgnen Keimen
Erneuen sich Wald und Flur;
Doch fort in ewiger Jugend
Strebt der menschliche Geist,
Und seine Kraft und Tugend
Entquillt dem Leide zumeist.
So laß den Schmerz verglühen
Am wärmsten Hoffnungsstrahl:
Es muß ja grünen und blühen,
Durchzieht der Lenz das Thal.