Ach Lust und Leid

H. von Bülow

Ach, Lust und Leid! Was ist die Lust

Der sehnsuchtsvollen Menschenbrust?

Ein Pilger, der, verirrt und matt,

Uns Nachts um Kost und Lager fleht,

Und Morgens, frisch gestärkt und satt.

Ein Undankbarer von uns geht.

Nicht so die großgesäugte Pein:

Die fromme Schwalbe flattert heute

Nach Nahrung aus die Flur hinaus,

Und kehrt mit der errungnen Beute

Noch heute in ihr altes Haus:

So läßt, auf kurze Zeit, der Schmerz

Sein warmes Nest, das Menschenherz,

Und kehrt mit der erjagten Nahrung,

Mit Haß und bitterer Erfahrung,

Ins alte traute Kämmerlein.