Deutschlands Siegesdank
H. Wurst
Das war in heißer Erntezeit,
Im Sommersonnenbrand,
Da rief uns auf zum heil'gen Streit
Das Vaterland:
"Ins Feld, ins Feld, was Waffen führt!
Ein hoher Tag erscheint!
An unsre deutsche Ehre rührt
Der welsche Feind!"
So klang's vom Rebenstrand des Rheins
Bis zu der Marken Sand,
Da waren wir auf einmal eins
Für's Vaterland!
Wie Spreu im Hauch des Sturms zerstob
In Nichts, was eitel war,
Und rauschend seine Schwingen hob
Der deutsche Aar!
Und brausend durch die Auen klang
Der Weckruf fern und nah:
"Der Franzmann ruft zum Waffengang
Und wir sind da!"
Aus West und Ost, aus Süd und Nord,
Erscholl: "Zum Krieg, zum Krieg!
Wir kennen nur ein Losungswort:
Tod oder Sieg!"
Der Franken stolze Heere riß
Zu Boden deutscher Zorn
Und, wer da fiel, der trug gewiß
Die Wunde vorn!
Da ward des Frevlers Macht zu Spott,
Zerbrochen sein Panier,
Doch wir, wir jauchzen: "Ew'ger Gott,
Dir danken wir!"
Nun danket Dir, o Herr der Welt,
Das Land Germania!
Im Frieden, wie im blut'gen Feld
Sei Du uns nah!
Daß nimmer uns ein Streit entzwei',
Führ uns an Deiner Hand!
Erhalte einig, groß und frei
Das Vaterland!