Nach Jahren
H. von Herzogenberg
Die Welt treibt fort ihr Wesen,
Die Leute kommen und gehen,
Als wärst du nie gewesen,
Als wäre nichts geschehn.
Wie sehen ich mich aufs neue
Hinaus in Wald und Flur!
Ob ich mich gräm', mich freue,
Du bleibst mir treu, Natur.
Da klagt vor tiefem Sehnen
Schluchzend die Nachtigall,
Es schimmern rings von Thränen
Die Blumen überall.
Und über alle Gipfel
Und Blütenthäler zieht
Durch stillen Waldes Wipfel
Ein heimlich Klagelied.
Da spür' ich's recht im Herzen,
Daß du's, Herr, draußen bist -
Du weißt's, wie mir von Schmerzen
Mein Herz zerrissen ist!