Bruder, Schwester und Fremde
H. von Herzogenberg
Schmückte mit Laub ein Wäldchen sich,
Bruder und Schwester waren drin,
Sprach zu dem Bruder die Schwester so:
«Bruder, was kamst so lang' Du nicht?» -
«Wäre gekommen längst zu Dir;
Aber die Fremde läßt mich nicht,
Sie, die Fremde, das gute Kind.
Sattele oft mein gutes Roß;
Aber die Fremde sattelt's ab!»
Gürte den scharfen Säbel um,
Aber die Fremde schnallt ihn ab;
"Wohin, o Liebster, gehest Du?
Breit und lang ist die Ebene!
Tief ist das trübe Wasser, tief!
Gehe nicht, Liebster, gehe nicht!"»