Nun wieder beim Weibe daheime

J. Abenheim

Nun wieder beim Weibe daheime,

Nun wieder beim Kinde zu Haus,

Und es lachen den Vogel am Leime

Die Vögel und Wanderer aus.

Doch ich schwing' in den Lüften den Hut:

Daheim nur, daheim ist's gut!

Gefangen bin ich, gefangen

Von Netzen und Schlingen umstrickt;

Ich lasse die Flügel hangen

Und fühle mich doch so beglückt.

Im Käfige sing' ich gemuth:

Daheim nur, daheim ist's gut!

Die Welt ist schön zu bereisen,

Die Erde ist lieblich zu sehn --

Ich will sie ja gerne preisen,

Nur muß es zu Hause geschehn;

Wie wohl auch das Wandern thut,

Daheim nur, daheim ist's gut.

Die lieben Gesichter zu schauen,

Ist schön wie Rom und Florenz;

Ein Lächeln der lieben Frauen

So hold wie italischer Lenz.

Stets sing' ich mit heiterem Muth:

Daheim nur, daheim ist's gut.

Nun mögen die Schwalben singen

Vom Lotos und Palmenstrand,

Nun mögen die Lüfte klingen

Vom fernen Wunderland --

Mein Herz bleibt zu Hause und ruht:

Daheim nur, daheim ist's gut!