Märzsonne

J. Golle

Trunken von früher Glut

Taumelt ein gelber Falter.

Sitzend am Fenster ruht

Schläfrig gebückt ein Alter.

Singend durchs Frühlingslaub

Ist er einst ausgezogen.

So vieler Straßen Staub

hat sein Haar überflogen.

Zwar der blühende Baum

Und die Falter, die gelben

Scheinen gealtert kaum,

Scheinen heut noch dieselben.

Doch es sind Farbe und Duft

Dünner geworden und leerer,

Kühler das Licht und die Luft

Strenger zu atmen und schwerer.

Frühling summt bienenleis

Seine Gesänge, die holden.

Himmel schwingt blau und weiß,

Falter entflattern golden.