Nachtgang

J. Haas

Wohin? Wohin?

Lau schläft am See die weiche Nacht

Und hat im weiten Lande

Wald, Strom und Menschen müd gemacht.

Ein Tönen ist erklungen

Aus dumpfen Erdentiefen her

Und hat sich zart erschwungen

Ins Reich der Luft und tönet

Wie Harfen zart und Glocken schwer.

Wohin? Wohin?

Mich hat ein Ton gerufen

Aus dumpfen Erdentiefen her,

Führt über dunkle Stufen

Empor und sehnlich weiter,

Nun schwingt er aus und tönt nicht mehr.

Ein Nachtvogel rauschet

Vorüber und schlägt mit den Flügeln.

Schon schmilzt es über den Hügeln

Ins dunkle Schweigen, und rauschet

Und fragt und lockt nicht mehr.