Gesellschaftslied

J. La Trobe

Keine Kränze trägt die Hore,

die der Träne Tau begießt!

Missmut horcht am dunkeln Tore,

das die Zukunft uns verschließt.

Herein in das offene Leben!

Uns lasst das verschlossene Haus!

Die Tränen - was mögen sie geben?

Sie löschen den Funken der Freude nur aus.

Wer mit allem Tun und Sinnen

immer in die Zukunft starrt,

wird die Zukunft nicht gewinnen

und verliert die Gegenwart.

Und wenn ihr die Zukunft errietet:

Ihr fändet auch dann eure Qual.

Nehmt an, was das Leben euch bietet,

und lebet der Freude! Man lebt nur einmal.

Tätig sein und froh genießen,

seines Heiles Überfluss

einem Freunde aufzuschließen,

ist ein doppelter Genuss.

Die Blumen, dem Freunde gestreuet,

vermehren der Seligen Zahl.

Wer froh mit dem Freunde sich freuet,

der Glückliche lebet, er lebet zweimal.

Doch ein stiller Engel waltet,

der uns kaum gewähren lässt.

Stunden zählt er, darum haltet,

haltet ja das Heil'ge fest!

Was wird für das Leben dem bleiben,

der achtlos Minuten verstreut,

die flüchtige Zeit zu vertreiben?

Er treibt sich wohl selber die fliehende Zeit!