Dort droben in jenem Thale
J. Maier
Da droben in jenem Thale
Da treibet das Waßer ein Rad;
Es treibet nichts anders als Liebe
Vom Abend bis an den Tag.
Das Mülrad ist zersprungen,
Die Liebe hat noch kein End.
Wenn zwei von einander scheiden,
Sie geben sich einander die Händ.
Ach Scheiden, ach Scheiden, ach Scheiden,
Wer hat das Scheiden erdacht?
Er hat mein jung frisch Leben
Zum Untergang gebracht.
Es ist ja kein Apfel so schön rund,
Es stecken zwei Kernlein darin;
Es ist ja kein Mädchen im Lande,
Es hat einen falschen Sinn.
Wer kann denn nun vertrauen,
Scheidt er ihnen aus dem Aug?
Ein falscher Sinn ein hoher Muth
Ist aller Jungfraun ihr Brauch.
In meines Vaters Lustgarten
Da stehen zwei Bäumelein
Das eine das trägt Muskaten,
Das andre braun Nägelein.
Muskaten die sind süße,
Braun Nägelein riechen gar wohl,
Die will ich meim Schätzchen verehren,
Daß es daran riechen soll.