Pan trauert um Syrinx

J. Marx

Dämm'rung feuchtet die Büsche,

Nebel schleiern den Bach,

alles umruhende Frische

wird in den Lüften wach.

Aber gestützt auf die schlanke

Wohllauts kundige Hand,

träumt der liebend erkrankte

Gott ins versinkende Land:

Von Syrinx.

Da, den Meister froh zu neigen,

kommen Satyrn angestampft,

Pranken fassen sich zum Reigen,

Auge blitzt und Atem dampft.

Nymphchen nackend eingefangen,

wehren sich und geben nach.

Springen mit erhitzten Wangen

Gliederkühlend in den Bach.

Aber kaum ist es gelungen,

greift sie neu entfachte Lust,

immer wieder rasch bezwungen,

glatter Leib an rauher Brust.

Alles Süße durchzuproben,

eifert rüstig Paar um Paar,

daß er endlich lächelnd lobe,

Meister, der er immer war.

Aber gestützt auf die schlanke

Wohllauts kundige Hand,

träumt der liebend erkrankte

Gott ins versinkende Land.

Erst bis Wollust zu Schläfern

Satyr und Nymphe gemacht,

regt sich der göttliche Schäfer

hauchend ein Lied in die Nacht:

Von Syrinx, von Syrinx.