Ein Landsknecht bin ich worden

J. Pache

Ein Landsknecht bin ich worden

In des Feldhauptmanns Heer!

Dem frommen Landsknechtsorden,

Dem sing' ich Preis und Ehr.

Wer fährt so gut mit frischem Mut

In diesen bösen Zeiten,

Als wie der Kriegsmann thut!

Die Fahne soll mich führen,

Die Fahne, meine Braut.

Wenn sich die Trommeln rühren,

Wie ruft sie da so laut!

Kein beßre Lust, als fest im Sturm

Für sie den Feind erschlagen,

Und stehen als ein Thurm.

Ich hab' nicht viel zu sparen

Als wie ein reicher Gauch;

Wohin wir mögen fahren,

Da nehm' ich, was ich brauch.

He Bäurlein, Bäurlein schürz' dich nun,

Den Krug füll' mir im Keller,

Thu an den Spieß das Huhn!

Drei Würfel und ein Karten

Die sind in jedem Schank;

Es kommt, mir aufzuwarten,

Ein Dirnlein schlank und blank.

Mein Feinslieb das heißt Braun und Blond,

Schneeweiß und Roth-wie-Rosen,

Ein andres jeden Mond.

Und reißen mir die Kleider,

Das schafft mir wenig Harm;

Mir macht der Wein, der Schneider,

Einen Rauschemantel warm;

Der deckt mich zu vor aller Plag

Im Graben und auf der Schanzen

Bis an den jungen Tag.

Und kommt eine Kugel balde

Und nimmt mir fort ein Bein,

Es wächst viel Holz im Walde,

Ich darf nicht traurig sein.

Ei was mich Strümpf und Schuh gekost',

Nun mag ich's baß vertrinken;

Das ist ein tapfrer Trost.

Und werd' ich gar erschlagen,

Erschlagen auf breiter Heid --

Vier Spieße müssen mich tragen,

Ein Grab steht gleich bereit.

So schlägt man mir den Pummerlein pum,

Der ist mir neunmal lieber,

Als aller Pfaffen Gebrumm.

Wer hat dies Lied gesungen

Zu Pfeif' und Trommelschlag?

Einem Landsknecht ist's gelungen,

Da er zu Augsburg lag.

Im grünen Baum da kehrt' er ein,

Und küßt' ein schwarzbraun Mädel

Und trank einen kühlen Wein.