Klage I

J. Raff

In leisen Trauerklagen

entströmt das Lied der Brust,

jetzt wiegt nach goldnen Tagen

nur schwerer mein Verlust.

In Seufzen fliehn vorüber

die Jahre trüb' und trüber.

Wo ward solch Los hienieden

von harter Schicksals Hand,

wo solcher Schmerz beschieden

der, die nur Glück gekannt:

daß sie ihr Heil gewahre

im Sarg und auf der Bahre!

Daß in des Lenzes Stunde,

in frischer Blütezeit,

das Weh so schwerer Wunde

sie stürzt in Traurigkeit,

daß nichts sie mehr erfreue

als Sehnsucht nur und Reue!