Blumen, Vögel, duftend, singend

J. Reiter

Blumen, Vögel, duftend, singend,

Seid doch nicht so ausgelassen,

Ungestüm ans Herz mir dringend;

Lasst allein mich ziehn die Straßen!

Vieles ist vorübergangen,

Seit wir uns zuletzt begegnet,

Und es hat von meinen Wangen

Meines Glückes Herbst geregnet.

Winter kam hereingeschlichen

In mein Herz, die Tränen starben,

Und schneeweiß sind mir erblichen

Alle grünen Hoffnungsfarben.

Blumen, Vögel, rings im Haine

All ihr frohen Bundgenossen,

Mahnt mich nicht, dass ich alleine

Bin vom Frühling ausgeschlossen!