Das schlafende Kind in der Laube
J. Riel
Ida schläft; mit jedem Zuge
Ihres Athems trinkt sie Duft;
Sanft, wie vom Vorüberfluge
Eines Engels, weht die Luft.
Holde Friedensgeister schweben
Um ihr lächelndes Gesicht;
Denn das rauhe Erdenleben
Blickt in ihren Traum noch nicht.
Walle, zarte Blüthe, walle,
Schmeichelnd, wie der weiche Sinn
Ihrer Lieblichkeit, und falle
Leis' auf ihren Schlummer hin.
Falle nieder, vom Gewimmel
Schöner Freuden hell umringt,
Wie ein Geist, der seinen Himmel
Einer Schwesterseele bringt.
O, sie schlummert in der Fülle
Heilger Unschuld noch so süß!
Seht! die Wang' umblüht das stille,
Unverlorne Paradies.
Blühet aus der reinen Seele
Zart und unbefleckt herauf.
Leiser! Leiser! Philomele,
Wecke nicht den Engel auf!