Liebestrunken

J. Röntgen

Im Garten des Palastes streift der Wind

Mit weichem Anhauch über Lotosblumen.

Auf der Terrasse, wohlig hingestreckt

In bunte Seidenkissen, ruht der König.

Vor ihm tanzt Si-Schy, funkelnd wie die Sterne,

Schön wie die Schönheit selber, schwebt und schwebt

Und lächelt, lächelt, wunderbar zu schauen,

Bis daß ein süß-begehrliches Ermatten

In ihre Glieder sinkt; die Hüften wiegen

Sich nun nicht mehr; die kleinen Füße ruhn, --

Und schmachtend lehnt sie an den Jaderand,

Den schimmernden, des königlichen Lagers.

Die holde Si-Schy, schmachtend lehnt sie da...